Nachwuchsgruppe von Dr. Daniela Kobbe
Young Investigator Group "Biochemie pflanzlicher RecQ-Helikasen"
Die DNA, die Erbinformation der Organismen, ist ständig schädigenden Einflüssen ausgesetzt. Für das Überleben einer Zelle bzw. den Erhalt der Art muss jedoch die Stabilität des Genoms gewährleistet werden. Darum haben sich im Laufe der Evolution effiziente Reparaturwege entwickelt, hinter denen ein Netzwerk von spezialisierten Proteinen steht.
Eine Sorte von Proteinen, die für den Erhalt der genomischen Stabilität eine wichtige Rolle spielen, sind die RecQ-Helikasen. Der Mensch zum Beispiel besitzt fünf verschiedene RecQ-Helikasen. Hiervon sind drei bei einem Defekt mit dem Auftreten schwerwiegender Erbkrankheiten verbunden - nämlich mit dem Bloom’s-, Werner- und Rothmund-Thomson-Syndrom. Obwohl sich die Gesamtheit der Symptome bei den verschiedenen Krankheiten unterscheiden, sind doch alle durch Genominstabilität charakterisiert. Diese Genominstabilität wird z.B. durch das vermehrte Entstehen von Krebs sichtbar. Das Auftreten einer Krankheit, obwohl nur eine der fünf Helikasen fehlerhaft ist, und die Verschiedenheit der Krankheiten zeigen, dass die verschiedenen RecQ-Helikasen des Menschen spezialisierte Funktionen haben.
In der Modellpflanze Arabidopsis thaliana (Ackerschmalwand) wurden sogar sieben verschiedene RecQ-Helikasen identifiziert. Auf der nächsten Unterseite ist dargestellt, wie sich diese Young Investigator Group mit den pflanzlichen RecQ-Helikasen beschäftigt.





Bei den RecQ-Helikasen handelt es sich um Proteine, die direkt mit DNA „arbeiten“, nämlich z.B. untypische, aberante, DNA-Strukturen entwinden. Bei der biochemischen Analyse der RecQ-Helikasen kann man untersuchen, was ein Enzym mit bestimmten, untypischen DNA-Strukturen macht.