Synthetisierte aktivierte Eisenverbindungen als Ersatz für Edelmetallkatalysatoren

Oliver Townrow, KIT

Für die chemische Industrie sind seltene Edelmetalle als Katalysatoren zur Beschleunigung chemischer Reaktionen unerlässlich. Eisenverbindungen stellen eine nachhaltige Alternative dar, die in der Natur reichlich vorhanden ist. Im Gegensatz zu vielen Edelmetallen gibt es für Eisen jedoch kein Ausgangsmaterial in reaktivem Zustand. Oliver Townrow und seine Gruppe haben nun eine milde Synthesemethode zur selektiven Herstellung von einfach positiv geladenen Eisenkomplexen entwickelt. Damit sind sie nicht mehr auf den Einsatz von starken Reduktionsmitteln angewiesen, die Gefahrenstoffe darstellen und eine spezielle Handhabung erfordern. Mit dem neuen Verfahren können sie direkt eine Reihe bekannter und neuartiger Eisenkomplexe herstellen, die als Katalysatoren für industriell relevante Umwandlungen dienen. Die Ergebnisse sind im Fachmagazin Journal of the American Chemical Society publiziert.

 

"Unser Ziel ist es, Eisen als nachhaltige Austauschalternative für die Katalyse mit Edelmetallen zu etablieren und neue Anwendungen zu erforschen, ohne die Logistik und die Verarbeitungsverfahren nach dem aktuellen Stand der Technik zu verändern", sagt Hauptautor Dr. Oliver Townrow. "Wir haben bereits gezeigt, dass einfache Verbindungen aus Eisen und preiswerten aromatischen Kohlenwasserstoffen in festem Zustand an der Luft bemerkenswert stabil sind, was sie für den industriellen Einsatz attraktiv macht." Dr. Townrow forscht mit seiner KIT-Nachwuchsgruppe Functional Organometallic Chemistry am Institut für Nanotechnologie des KIT.